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Parkhaus Kamenzer Straße

Hausprojekt Teil 3 - Kamenzer Straße eröffnet

Offener Brief der Bürgerinitiative Kamenzer Straße
Offener Brief der Bürgerinitiative Kamenzer Straße

17. 12. 2008  Die Sächsische Zeitung schreibt unter dem Titel

"Proteste bei Netto-Markt-Eröffnung in der Kamenzer"

"Die Bebauung der ehemaligen Brache mit Supermarkt, Tiefgarage, Wohnungen und einer Kita war bei Anwohnern auf heftigen Widerstand gestoßen. Das Gelände war im vorigen Jahr monatelang besetzt worden."

Richtig ist: Es gab Proteste gegen die Bebauung mit einem ParkWohnHaus und einem Supermarkt. Es gab Proteste, dass der niedrige Kaufpreis obendrein noch durch Stellplatzablösen vergoldet wurde. Die Kitabebauung auf dem Freigelände hätte Ihren Platz gehabt.  Auch die gestrigen Proteste richteten sich gegen den multifunktionalen Mehrzwecklückenschlusssupermarkt. Die Dachkita war und ist Druckmittel, die Proteste ruhigzustellen.  Wer die Kamenzer Straße vorher und jetzt vergleicht, wird feststellen, dass weder städtebaulich noch in Sachen Lebensqualität ein Zugewinn durch den häßlichen grauen ungegliederten Klotz auf der ehemaligen Brache für die Dresdner Neustadt herausspringt. Auch die Kita mit dem Gelben Klecks über dem Netto täuscht darüber allenfalls Kurzsichtige hinweg.  Dass sie jetzt der Notnagel für den durch die Stadtverwaltung zu verantwortenden Mangel an Betreuungsplätzen in der Neustadt ist, zeichnet ein düsteres Bild der Lage. Auf sensationslüsternde Bildergalerien verzichtet neustadtgruene.de an dieser Stelle.

 Die Bürgerinitiative hat eine eigene Webseite.

Oase an der Kamenzer Straße nun endgültig geräumt!

Neustadt an der Heide

Schon die Wortwahl der Medien wie auch von Verwaltung und Stadträten zeigt die Einstellung jener zu unbebauten, gar begrünten und in Bürgerhand befindlicher Freiflächen: Brache! Am 24. Oktober wurde diese "Brache" nun endlich ihrer rechtmäßigen Bestimmung zugeführt - Bäume gefällt, Grünpflanzen um- und ausgebaggert, Spielzeug entsorgt und alles klar gemacht für die nächste Versiegelungsaktion dieser unheilbar an Betonismus leidenden Stadt.

Ignoriert werden dabei beharrlich die Meinungen und Entscheidungen von Experten (Sanierungskomission) und demokratisch legitimierten Gremien (Ortsbeirat). Der Ortsbeirat Neustadt lehnte das Projekt mehrfach ab, weil einerseits der Bedarf eines (KONSUM-)Supermarktes nicht belegt werden konnte und die Begründung der Schaffung von Kita-Plätzen unseriös ist, wenn aus brandschutztechnischen Gründen die (Neustädter) Kita auf dem Bischofsweg 106 ("Neustädter Spatzen") geschlossen wird...

Die GRÜNEN im Dresdner Stadtrat haben von Anfang an dem "Verkauf" und dem anschließend geplanten Bauvorhaben kritisch gegenüber gestanden. Die Mehrheit der Blockparteien im Stadtrat (CDU, FDP, Menschewiki) handelten, wie sie es immer taten: Ob WOBA, WSB oder eben Kamenzer Straße 24-26 - Hauptsache nicht nachhaltig Handeln! Durch sie wurde der Verkauf des Grundstückes an den Investor Birken gegen alle vorgebrachten Bedenken durchgesetzt.

Hier auf der Website der BI Kamenzer Straße weiterlesen...

 

Parkhaus Kamenzer Straße

Redemanuskript von Jens Hoffsommer aus der Stadtratssitzung am 12.10.07 zum Parkhaus Kamenzer Straße

Herr 1. Bürgermeister Dr. Vogel, meine Damen und Herren, willkommen bei der Erfolgsgeschichte Parkierungsanlagen in der Äußeren Neustadt.

Mit viel Halali wurde vor Jahren der Bau einer Tiefgarage auf der Louisenstraße beschlossen - Parkplatzablösegebühren bereitgestellt. Bis heute ist an dieser Stelle nix passiert - von der Tiefgarage und dem darauf geplanten Spielplatz ist nix zu sehen, stattdessen ist einer der strittigen privaten Parkplätze entstanden, der nicht wirklich das Antlitz der Neustadt verschönert. Dann wurde mit viel Streit und Zank die Lösung des Parkplatzproblems mit dem Parkhaus Kamenzer Straße mit 240 Stellplätzen verkündet. Die Eier legende Wollmilchsau In der vorliegenden Vorlage verwandelt sich der Elefant in eine Mücke: ca. 140 Stellplätze sind geplant in einer Tiefgarage, davon 100 öffentliche. Dazu ein Einkaufmarkt und Wohnbebauung – vielleicht wird gleich noch eine Kita mit integriert. Die nächste Eier legende Wollmilchsau ist geboren und wird durchs Dorf getrieben. Die am lautesten nach dem Parkhaus geschrieen haben, preisen den Kompromiss - die Frage ist, mit wem dieser Kompromiss ausgehandelt wurde. Doch nur mit dem neuen Investor?!

Eigentlich zeigen die geplanten Parkierungsanlagen Louisen- und Kamenzer Straße: solche Projekte sind finanzielle Todgeburten – nicht rentabel. Vielleicht sollte diese Marktaussage endlich einmal akzeptiert werden. Das Parkhaus konnte nur durch Kopplung mit Einkaufen und Wohnen in den Bereich der vermutlichen Rentabilität gebracht werden. Deshalb ist das Wort Kompromiss zu hinterfragen, es wurden einfach nur die Forderungen des Investors erfüllt. Parkplatzprobleme der Neustadt müssen am Rand gelöst werden Darüber hinaus werden wir in einem so dicht bebauten Stadtteil wie der Äußeren Neustadt die Parkplatzprobleme nie im Quartier lösen können. Lassen Sie uns endlich große Parkierungsanlagen am Rande der Äußeren Neustadt angehen, die durch mehr Kapazitäten auch rentabler werden.

Die aktuellen Planungen könnten sich schnell als ein mögliches Nullsummenspiel herausstellen, da keinerlei Planungen zur Sanierung der Kamenzer Straße vorliegen - die vagen Aussagen der Verwaltungen machen deutlich: im Straßenraum müssen für die Anlieferung des Einkaufsmarktes Stellplätze weichen, wie viele sind unklar. Bereits jetzt Parken ca. 30 PKW am Rande der Freifläche, diese Stellplätze fallen weg, der Einkaufsmarkt wird aber PKW’s anziehen. Sollte es auf der Kamenzer Straße zu einem zweistreifigen Parken kommen, so wird dies wohl auf Kosten der geplanten Fahrradverbindung Dresdner Heide - Elbradweg geschehen, denn eine Befahrung der Kamenzer Straße für Radfahrer in beide Richtungen wird dann nicht möglich sein (die nötige Straßenbreite von 4 m kommt dann nicht zustande). Aber eigentlich ist das ja ohnehin noch alles unklar und via Salamitaktik werden mögliche negative Wirkungen des Projektes so erst einmal verschleiert. Einkaufsdefizit im Preußischen Viertel sollte direkt dort behoben werden Zum Einkaufsmarkt: abgesehen davon, dass dieser den bestehenden Einzelhandel zur Schließung zwingen wird, der gesamtstädtische Bedarf an Discountern mit 147 % übererfüllt ist und dieser Bau den Verdrängungswettbewerb zwischen Aldi, Konsum, Lidl Parkhaus Kamenzer Straße.

Bericht der Sächsischen Zeitung vom 5. Oktober 2007

Wenn auch SR P. Schreiber (mal wieder) zu viel Raum in der Presse erhält, zeigt dieser Artikel der SZ das typische Abstimmverhalten des Dresdner Stadtrates in bester Blockparteien-Tradition!