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Offener Brief der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendvereins "Roter Baum"

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Wir veröffentlichen hier den offenen Brief des Kinder- und Jugendvereins "Roter Baum":

 

Sehr geehrte Dresdnerinnen und Dresdner, sehr geehrte Stadträte und Stadträtinnen, Wir wenden uns heute an die Öffentlichkeit, weil aktuell häufig von unserem Verein die Rede ist, jedoch nie nach den Menschen, die den Verein ausmachen, gefragt wird. Es wird nicht mit, sondern über uns gesprochen und meist in beleidigender und unsere pädagogische Arbeit verunglimpfender Form. Diesen Unterstellungen möchten wir gern Realitäten entgegensetzen. Offenheit statt Spekulation!

Wir, das sind die Frauen und Männer, die haupt- oder ehrenamtlich im Jugendverein "Roter Baum" e.V. seit Jahren tätig sind und mit Kindern, Jugendlichen und deren Familien in dieser Stadt arbeiten. Am Donnerstag dieser Woche wird der Stadtrat wieder über den Fördervorbehalt bzw. die Förderung unseres Trägers debattieren. Wieder vergehen Wochen der Ungewissheit. Wieder werden viele Dresdnerinnen und Dresdner die Köpfe schütteln und uns mit ihren Worten ihre Solidarität ausdrücken. Diese Anerkennung ist wichtig, um die unsachlichen Angriffe der CDU, FDP und Nationalem Bündnis auszuhalten. Wir vermitteln Werte und transportieren ein soziales und humanistisches Weltbild. Wir sind uns bewusst und unterstützen es, dass es in unserer Gesellschaft vielfältige Vorstellungen von Werten und Zielen gibt. Deswegen engagieren wir uns für eine demokratische Gemeinschaft, die sich durch Toleranz, Selbstbestimmung und Meinungsfreiheit auszeichnet.

 

 

 Wir erwarten von den Stadträtinnen und Stadträten, dass sie unsere Arbeit in genau diesem Sinne anerkennen und die Meinungspluralität akzeptieren. Wir erwarten, dass sie uns nicht wie in der vergangenen Stadtratssitzung persönlich verleumden und unsere Arbeit durch falsche Aussagen herabwürdigen.

Die Aussagen zum Inhalt unserer Arbeit sind absurd. Das Jugendamt als Fachbehörde hat stets Kenntnis vom Inhalt unseres pädagogischen Wirkens. Unsere Fachlichkeit wurde nie in Frage gestellt. Dass die in unsere Projekte geflossenen Steuermittel zweckgemäß verwendet werden, weisen wir regelmäßig nach. Wir orientieren uns an unserem Wertekanon (www.roter-baum.de/wertekanon <http://www.roter-baum.de/wertekanon>) und lehnen Gewalt ab. Wir sind weder an der Abschaffung des (Frei-)Staates interessiert, noch an einem Wiederaufleben von Diktaturen. Unsere pädagogische Arbeit soll junge Menschen zu selbständiger und freier Meinungsbildung befähigen. Dies ist unvereinbar mit den uns während der letzten Stadtratssitzung vorgeworfenen und unterstellten Methoden und extremistischen Zielen. Unser Verein existiert seit 1993. Wir sind seit vielen Jahren anerkannter freier Träger der Jugendhilfe und unsere Projekte werden durch das Jugendamt der Landeshauptstadt Dresden, aber auch vom Freistaat Sachsen gefördert. An diese Förderung ist die Überprüfung der geleisteten Arbeit geknüpft, welche eine nicht zweckmäßige Verwendung der Mittel ausschließt. Dies ist eine Art Widerrufsvorbehalt, der für alle Förderungen von freien Trägern gilt. Wir leisten hauptamtlich Offene Arbeit in einem Jugendhaus und Mobile Jugendarbeit (Streetwork). Darüber hinaus engagieren sich fast 100 Ehrenamtliche in verschiedenen Projekten wie der Jugendweihe oder den Ferienfahrten. Als zweitgrößter Veranstalter der Jugendweihe in Dresden werden wir in diesem Monat mit ca. 450 Jugendlichen den Tag feiern, auf den wir sie fast ein Jahr lang mit verschiedenen Bildungsfahrten, Projekten und Veranstaltungen vorbereitet haben. Durch uns, als größten Veranstalter von Ferienfahrten, welche kostendeckend und nicht gewinnorientiert sind, werden auch in diesem Sommer bis zu 800 Kindern und Jugendlichen schöne Ferien ermöglicht. Daneben gibt es weitere Projekte, wie die Klettergruppe, eine Stadtteilbibliothek, Bandproberäume oder Bildungsveranstaltungen bei denen wir bspw. jährlich 100 junge Menschen zu Jugendgruppenleitern ausbilden. Ein Großteil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat als Kind nur noch das Ende der DDR erlebt.

 

Wir sind nicht bereit, die Profilierungsprozesse der rechten oder konservativen Politikerinnen und Politiker zu bezahlen- denn hier geht es nicht mehr um uns oder den Roten Baum, hier geht es um eine Machtprobe, die an überwunden geglaubte totalitäre Systeme erinnert. Wer dies auf dem Rücken der Menschen, insbesondere von Kindern und Jugendlichen, in dieser Stadt austrägt, muss sich dem Vorwurf der Unverantwortlichkeit stellen. Wir rufen auf, die unsachliche und unfaire Diskussion zu beenden, den durch den Rufmord entstandenen Schaden zu begrenzen und uns, wie die Jahre zuvor, an unseren Beiträgen und Leistungen für diese Stadt zu messen. Wir rufen dazu auf, mit uns zu reden, statt über uns. Daher stehen wir für Fragen - wie schon in den letzten Wochen - auch weiterhin gern zur Verfügung. Für Rückfragen erreichen Sie unsere Geschäftsfüherin Anja Stephan unter 0351-8582720. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendvereins "Roter Baum" e.V. Doro Fitzke, SOFA 9 – Streetwork Alina Schlosser, SOFA 9 – Streetwork Reiko Fitzke, SOFA 9 – Streetwork Julia Franke, Jugendfreizeitzentrum Pieschen Nord / Jugendhaus Anja Stephan, Jugendfreizeitzentrum Pieschen Nord / Jugendhaus und Geschäftsführerin Andreas Borchert, Jugendfreizeitzentrum Pieschen Nord / Jugendhaus Christin Linke, Praktikantin im Jugendfreizeitzentrum Pieschen Nord / Jugendhaus Thomas Fischer, ehrenamtlicher Mitarbeiter im Jugendhaus Anja Volgmann, ehrenamtliche Mitarbeiterin im Jugendhaus Martin Krappmann, Projektleiter Ferienfahrten Anne Gieland, eheramtliche Projektleiterin Jugendweihe Jörn Lattwin, ehrenamtlicher Mitarbeiter Jugendweihe Benjamin Bellee, ehrenamtlicher Projektleiter Bibliothek Gudrun Woidich, Buchhalterin Tina Zapata-Ossario, Auszubildende Maria Hiemer, Auszubildende

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unsere Meinung

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