Angesicht der kurz- und mittelfristigen Platzprobleme im Schulbezirk Neustadt ist es „abenteuerlich“, einen städtischen Schulstandort in der mit dem Schulplatzproblem stark belasteten Äußeren Neustadt zu verkaufen. Valentin Lippmann, Sprecher der BündnisGrünen im Ortsbeirat Neustadt hierzu: „Bevor die Stadt gerade hier wertvolle städtische Infrastruktur verkauft, muss dargelegt werden, wie sie das Schulproblem in der Neustadt lösen will. Dabei muss ernsthaft geprüft werden, ob die Wiederherstellung der Jordanstraße 7 als städtischer Schulstandort eine sinnvolle Variante darstellt.“
Auch nach Umzug der 30. Mittelschule in das Interimsgebäude am unteren Kreuzweg bleibt die Schulplatzsituation im Grundschulbereich angespannt. Bereits mittelfristig sind die freiwerdenden Kapazitäten wieder angesichts hoher zu erwartender Einschulungszahlen belegt. Bei einer mittelfristig notwendigen Sanierung anderer bestehender Grundschulen gibt es keine Ausweichstandorte im Schulbezirk. Kinder und Lehrer müssen derzeit an den Grundschulen der Neustadt mit schlechten Lernbedingungen aufgrund räumlicher Enge und schlechter Schulinfrastruktur, winzigen Essenräumen und sanierungsbedürftigen Sanitäranlagen zurechtkommen. Valentin Lippmann abschließend: „Sollte sich nach solch einer Prüfung und Abwägung ein Verkauf weiterhin als sinnvoll herausstellen, fordern wir Grünen im Ortsbeirat die Stadtverwaltung auf, für den möglichen Fall eines Verkaufs eine Zweckbindung der Liegenschaft Jordanstraße 7 als Schulstandort im Kaufvertrag festzuschreiben und die Verwendung des Verkaufserlöses für die Grundschulen der Neustadt sicherzustellen.“
Hintergrund:
Nach Berechnungen einer schulübergreifenden Elterninitiative gibt es bereits im nächsten Schuljahr nicht ausreichend Schulplätze (bei den derzeitigen Kapazitäten) für alle Schulanfänger im Ortsamtsbereich. Das Schulverwaltungsamt geht aber davon aus alle Schüler irgendwie unterzubringen. Die Haushaltspläne der Stadt Dresden für die kommenden zwei Jahre werden im Dezember verabschiedet. Hinreichende Mittel für eine wirkliche Verbesserung der Lage insbesondere im Grundschulbereich in der Neustadt werden auch mit dem auf der letzten Stadtratssitzung beschlossenen Nachschlag für die Schulsanierungen in Dresden nicht eingestellt werden. Der Schulnotstand in der Neustadt ist damit vorprogrammiert.
Absurd: Erst letzten Monat wurde aber dem Schulverwaltungsamt de facto die Betreibung eines defizitären Parkdecks unter der nun beschlossenen Turnhalle des Dreikönigsgymnasiums Dresden Neustadt aufgebürdet. Ein diesbezüglicher Änderungsantrag der Stadtfraktion von Bündnis 90/Grüne wurde mit den Stimmen von CDU, FDP und Teilen der Bürgerfraktion abgelehnt. Das Schulverwaltungsamt wird in Zukunft aus den knappen Mitteln auch ein defizitäres Parkdeck bezahlen müssen. Im Ortsbeirat hatte sich eine deutliche Mehrheit gegen diesen Geldverschwendung ausgesprochen. Der Bau der Turnhalle wird seit Jahren dringendst benötigt und gefordert und wurde in der Vergangenheit durch die Stadtverwaltung durch Nichtstun in erheblichem Maße verzögert.
ZAHLEN:
Grundschulbezirk Dresden Neustadt: Ist-Belegung staatl. Grundschulen : ca. 1200 SchülerInnen in 48 Schulklassen (nach Amt für Statistik der LHDD www.dresden.de) Sollbelegung nach Anmeldezahlen (478) in den neuen 1ten Klassen 425 SchülerInnen in 17 Schulklassen In 4 Jahren 1600 SchülerInnen in mindestens 68 Schulklassen (4 Jhrg. a mindestens 17 Klassen) (Dies ergibt sich unter der Grundannahme, dass In den nächsten 4 Jahren die Zahl der Einschüler nicht unter das Niveau von 2010/11 sinkt .) Der Babyboom steckt noch in den Kindergärten. Ein Absinken der Einschulungszahlen ist nicht zu erwarten. „Leider“ gehen sowohl Elterninitiative wie auch Schulleiter von einem weiteren Ansteigen bis auf über 500 Einschüler im Grundschulbezirk aus Mehrbedarf in 4 Jahren minimal 20 Schulklassen im Grundschulbereich (bei derzeit 48 Klassen werden in 4 Jahren 68 Klassen in den Grundschulen im Schulbezirk untergebracht werden müssen.