Profile

Layout

Menu Style

Cpanel
neustadtgruene_kopfUnbenannt-3_Kopie
unsere Meinung
Sonntag, 21 April 2013 19:32

Sonntags in der Neustadt...

geschrieben von

Polizisten im Parkverbotvon Olly Mehl

Verkehrsregeln gelten für Alle. In der Dresdner Neustadt am Sonntag werden diese selbst von unseren Freunden und Helfern ( der Polizei ) etwas großzügig ausgelegt. Auf der Louisenstraße sahen aufmerksame Bürger zu mittäglicher Stunde den Streifenwagen parkend im Halteverbot im Bereich einer Zickzacklinie, entgegen der Fahrtrichtung parkend. Was haben wir denn da falsch gemacht, Herr Wachtmeister? Dreierlei! ... siehe oben. Das Streifenduo war unterdessen im außerdienstlichen  Einsatz beim Dönerladen zur Verkostung.  Wir wollen ja mal nicht so sein. Es war schliesslich Sonntag in der Neustadt!  Und in der Neustadt ist eben alles etwas anders...

Montag, 04 März 2013 18:25

Piratenkuhhandel

geschrieben von

ein Kommentar von Oliver Mehl in eigener Sache:

Unter der Überschrift "Neues vom Russensportplatz: Polizeirevier, Einkaufszentrum oder Luxuswohnungen statt Parkerweiterung? -

 PIRATEN Dresden unterstützen Bebauungsplan und kritisieren Kuhhandel und Informationspolitik der Stadtverwaltung"

 veröffentlichten die Neustadtpiraten vor 3 Tagen eine Pressemitteilung zum von uns vor einer Woche bereits publizierten Sachverhalt, resultierend aus einer Antwort auf eine Anfrage von Martin Schulte-Wissermann und der von Neustadtgrünen  in der Ortsbeiratssitzung deutlich gemachten Interpretation des Sachverhaltes. Die PM der Piraten deckt sich in Inhalt und auch teils sogar in der Wortwahl mit den von uns gemachten Aussagen im Artikel vom 26.2.2013 unter der Überschrift

"Frostiges vom Alaunpark und der geplanten Westerweiterung! - Kuhhandel beim Flächenankauf Russensportplatz?"

Zweitverwertung nennt sich so was, und wird vom politischen Mitbewerber natürlich nicht gern gesehen. Ich als Autor des Neustadtgrünen Artikels hätte mir zumindest gewünscht, dass mir der Kuhhandelbezug mit dem Russensportplatz irgendwie zugesprochen wird. (Ein Verweis-chen auf den politischen Mitbewerber  oder ein Zitat-chen mit Quelle  hätten bei der Übernahme solcher Wortspiele sicher geholfen. So ist es wohl vor allem schlechter Stil in einer an sich gut gemeinten Sache. Ich meine: Die Piraten sollten mit eigenen Inhalten glänzen. Auch mit den redaktionell eigenen.  Abgesehen davon in der Sache haben die Piraten mit dem Kuhhandel recht, aber das sagten wir ja schon. Und zwar vor einer Woche.http://www.russensportplatz-dresden-neustadt.de/wp-content/uploads/2010/08/russensport3-Kopie1.jpg

PS: Heute übernahm die DNN die PM  unter der Überschrift Piraten I - "Kuhhandel" Allaunpark und damit nochmals meine Interpretation des Sachverhaltes. Offensichtlich hat der Gedanke einen gewissen literarischen Wert. Ich als unbenannter Autor fühle ich mich geehrt. (Reimt sich sogar...)

(Bildidee: Neustadtgruene.de 2009 unter Verwendung des BRN-Logos unter CC

http://dieneustadt.de/2011/05/13/das-brn-logo-creative-commons-durch-gewohnheitsrecht/ )


Nachtrag: Um noch etwas mehr Licht in die Angelegenheit zu bringen, haben wir  sowohl an die Stadtverwaltung als auch im Landtag eine neuerliche Anfrage gestellt, die die Größe des Kaufvorhabens und auch den Stand der Dinge nochmals für alle interessierten Neustädter aktualisieren helfen soll. Über die Ergebnisse werden wir zeitnah berichten.

Montag, 02 Juli 2012 09:22

Kommentar: Michael Ton zur Dresdner Erinnerungskultur

geschrieben von

Der Vorschlag von CDU und FDP, ein Denkmal an die Dresdner Toten des Februar 1945 in der Busmann-Kapelle zu platzieren, ist im demokratischen Sinne sicherlich diskutabel, enthält aber auch ganz klar eine politische Provokation. Immerhin geht es hier nicht allein darum, in welcher Weise eine Kirchgemeinde an Dresdner Bombenopfer erinnert, sondern um eine kommunalpolitische Initiative.

 

Gewollt ist hier die Rechristianisierung der öffentlichen Erinnerung, also die äußerst enge Verknüpfung zwischen dem religiösen Ausdruck der Trauer und der kommunalpolitischen Erinnerungskultur.

 

Offensichtlich steckt der CDU und der FDP noch das anti-sozialistische Ressentiment in den Knochen – anders kann der Vorschlag gar nicht verstanden werden, dass die Stadträtinnen und Stadträte – damit auch die nicht religiös gebundenen Mandatsträger – durch Teilverzicht auf Bezüge zur Finanzierung beitragen sollen.

 

Die Trennung von Kirche und Staat – entstanden als Grundprinzip unserer Gesellschaft in der Tradition der Aufklärung – soll hier bewusst und gezielt aufgehoben werden.

 

Auch das kann man als Missbrauch des Gedenkens der Dresdner Bombenopfer vom Februar 1945 interpretieren. Die Fähigkeit zu Trauern und geschichtliche Ereignisse würdig zu erinnern ist aber nicht an einer religiöse Grundhaltung gebunden – weder an die christliche noch an eine andere.

 

Eine gemeinsame, tolerante und integrierende kommunalpolitische Erinnerungskultur muss deshalb umfassender gestaltet sein. Kommunalpolitische Erinnerungskultur muss andere Orte des Erinnerns suchen – sei es der Altmarkt, seien es andere Orte – möglicherweise der Schloßplatz oder der Postplatz.

 

Ich bitte unsere grünen Stadträtinnen und Stadträte – insbesondere auch diejenigen mit Bekenntnis zum Christentum – sich für eine kommunalpolitische Erinnerungskultur einzusetzen, die nicht religiös gebunden ist, sondern erklärtermaßen die Integration verschiedener Weltanschauungen anstrebt.

 

Wenn allerdings CDU und FDP einseitig speziell die christlich-religiöse Form des Erinnerns in Dresden durchsetzen wollen, sollte auch die Diskussion über „Kirche im Nationalsozialismus“ neu angestoßen werden. Da gibt es interessante Beiträge im kürzlich erschienenen Buch „Braune Karrieren – Dresdner Täter und Akteure im Nationalsozialismus“.

 

Viele Grüße !

Michael Ton

 

Sonntag, 22 April 2012 17:48

(K)ein Einzelfall

geschrieben von


 

Kommentar zum Kitaplatzmangel in der Neustadt  

 

von Olly Mehl

Umzugshilfe am Sonntag bei Freunden in der Dresdner Neustadt. 5 Väter im Kaffeepausen-Small-Talk. Thema: Der Kitaplatz in Prohlis. Ist ja logisch! Nicht Fußball, nicht Formel 1, nicht Karriere.

 

Der Kitaplatz in Prohlis für den Neustädter Sprössling, ist offensichtlich kein Einzelfall. Was mir vor fünf Jahren noch per Leserbrief und mehrfacher Vorstelligkeit beim Kitaeigenbetrieb verbunden mit ausgedrückter Unzufriedenheit abzuwenden gelang, ist mittlerweile offensichtlich gängige Praxis.  Die Geschichte mit der Prohliser Kita habe ich nun schon in mehreren Varianten gehört.

von Achim WesjohannAchim_Wesjohann

Was jetzt nicht zu tun ist

Die Diskussion darüber, ob ein neues Verbotsverfahren gegen die NPD eingeleitet, oder besser: versucht, werden sollte, hat wieder Konjunktur angesichts der Tatsache, dass wieder etwas „passiert“ ist – bzw. dass herausgekommen ist, dass bisher ungeklärte Morde, die in den letzten elf Jahren begangen wurden, das Werk von Neonazis waren.
Die Forderung nach einem NPD-Verbot erfolgt immer reflexartig, wenn rechte Verbrechen bekannt werden, auch wenn die Täter gar nicht in der NPD sind. Zwar kann man nicht nachweisen, dass rechte Gewalttaten aus der NPD heraus erfolgen, aber man meint, zu wissen, dass die NPD die ideologischen Grundlagen lege, die „Saat säe“ oder die Hetze zu verantworten habe, die zu diesen Verbrechen führt – und dann wird die Frage gestellt, wie es denn sein könne, dass diese Partei von der staatlichen Parteienfinanzierung oder ihre Abgeordneten von Diäten und Fraktionsgeldern profitieren. Dann schließt sich in der Regel die Forderung an, dass endlich die „Voraussetzungen“ für ein erfolgreiches NPD-Verbot geschaffen werden müssten, indem man die V-Leute des Verfassungsschutzes aus dieser Partei abzieht bzw. (was wohl zutreffender wäre) die Verbindung zu ihnen gekappt wird (außer man ist bayerischer Innenminister, dann bildet man sich ein, sich gleichzeitig für den Verbleib der V-Leute und für das Verbot aussprechen zu müssen).
Dazu ist zu sagen, dass die Praxis, Nazis staatliches Geld für mehr oder weniger brauchbare Informationen zu geben, damit die davon ihren Lebensunterhalt bestreiten bzw. ihre Nazi-Aktivitäten finanzieren können, unabhängig von irgendwelchen Verbotsbestrebungen mehr als zweifelhaft ist. Das wird anscheinend jetzt erst einer größeren Öffentlichkeit klar, dass die V-Leute bezahlte Nazis und keine eingeschleusten Agenten sind. Der Fall der Jenaer/Zwickauer Terrorzelle zeigt offenbar, wie schlecht dieses Geld angelegt ist.
Ein NPD-Verbot ist schnell gefordert, kann aber keine schnelle Lösung sein: Erst müsste man die V-Leute abziehen bzw. „abschalten“, dann erst käme die Zeit, die NPD ohne V-Leute zu beobachten. Wie lange würde man brauchen, um genügend Informationen, sprich: Beweise, für ein Verbotsverfahren zusammenzutragen? Reicht ein Jahr, reichen zwei oder drei Jahre? Schließlich würde das Verfahren selbst auch noch seine Zeit brauchen. Wir sollten uns darüber im Klaren sein, dass das Verbot erst in mehreren Jahren erfolgen könnte. Bis dahin sollte man dringend auch andere Möglichkeiten, sich gegen Rechtsextremismus zu engagieren, nutzen, zumal ein Erfolg des Verbotsverfahrens keineswegs sicher ist. Es ist ja nicht so, dass das Abschalten der V-Leute eine Garantie für ein Verbot ist. Die V-Leute sind bislang ein Hindernis für das Verfahren gewesen, was noch lange nicht bedeutet, dass das Verfahren automatisch zum Erfolg führt. Ihr „Abzug“ ist bestenfalls eine notwendige, aber bei weitem keine hinreichende Voraussetzung für ein erfolgreiches Verfahren. Selbstverständlich aber riskieren, diejenigen, die ein Verbotsverfahren anstrengen werden, dass die NPD einen juristischen Erfolg erzielt und gestärkt aus dem Prozess hervorgehen wird. Und diese Möglichkeit besteht immer noch, wenn es tatsächlich zum Verbot kommt, denn dieses müsste mit Sicherheit auch noch vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (der mitsamt seinen strengen Verbotskriterien in unserer deutschen Verbotsdebatte gerne vergessen wird) bestehen. Ich wünsche den Möchtegern-Verbietern schon heute viel Spaß beim Aufkehren des Scherbenhaufens, den sie verursacht haben werden…
Dass es so kommen wird, scheint ja nicht mehr vermeidbar zu sein, aber ich selbst begehre, nicht mitschuldig zu sein, wenn man der NPD einen weiteren Triumph verschafft – entsprechend hoffe ich auch darauf, dass meine eigene Partei sich diesen Bestrebungen nicht anschließt.
Übrigens kann ich mir leider sehr gut vorstellen, was passieren würde, wenn die V-Leute in der NPD abgeschaltet wären, die erneute Beobachtung begonnen hätte und dann wieder ein spektakuläres rechtes Verbrechen ruchbar würde: Die Reaktion der hilflosen Antifaschisten – wahrscheinlich zuerst aus SPD-Kreisen – wäre dann höchstwahrscheinlich die nach einer „Beschleunigung“ des Verfahrens, und zwar unabhängig von der Beweislage, weil man jetzt “endlich” die NPD verbieten müsse…
Besonders ärgerlich ist es, dass die rituelle Verbotsforderung eine propagandistische Steilvorlage für die NPD ist. Diese behauptet ja gerne, dass die „etablierten“ Parteien (oder „Blockparteien“) gar nicht in der Lage seien, sich argumentativ mit ihr auseinanderzusetzen. Das ist doppelt schlimm, weil die Stärke der NPD sich dadurch speist, dass sie vorhandene Stimmungen und Einstellungen aufgreift: Die NPD ist nicht die Ursache des Rassismus, sondern dessen Profiteurin, und sie greift entsprechend autoritäre, antipluralistische Stimmungen auf, um von der Entfremdung von der Demokratie zu profitieren: Wenn aber die Demokratinnen und Demokraten statt auf Streit und Widerspruch auf Verbote setzen, dann schwächen sie die demokratische Kultur statt sie zu stärken. Eine echte offensive Auseinandersetzung mit der extremen Rechten sieht anders aus.
Es ist leider das Ergebnis einer ziemlich oberflächlichen Betrachtung, wenn man einen simplen kausalen Zusammenhang zwischen NPD-Propaganda und rechtem Terror wie dem des „Nationalsozialistischen Untergrundes“ herstellt – übrigens wird das juristisch bei einem Verbotsverfahren erst recht nicht ausreichen.
Die NPD ist nur ein Teil der extremen Rechten. Verbietet man diesen Teil, ist die extreme Rechte immer noch da. Die Nazis von der NPD hätten nach einem Parteiverbot mehrere Möglichkeiten: Schaffung einer oder mehrerer Ersatzorganisationen, Anschluss an andere bestehende Organisationen, aber auch die Unterwanderung von Strukturen, die bislang (noch) nicht „offiziell“ rechtsextrem sind, vor allem aber werden sie informelle Strukturen verstärken, die wegen Fehlens einer „satzungsmäßigen“ Organisation gar nicht verboten werden können, wie Freie Netze, Freie Kräfte oder „Autonome Nationalisten“. Damit ist die begrenzte Reichweite der Verbotsforderung deutlich.
Natürlich kann man sich darüber ärgern, dass die NPD sich insbesondere durch Steuermittel finanziert. Aber dem sollte man schon jetzt abhelfen statt Jahre auf ein Parteiverbot zu warten: Fraktionsgelder bekommt die NPD dann nicht mehr, wenn sie aus den Landtagen fliegt, Wahlkampfkostenerstattung entfällt, wenn sie nicht genügend Prozent der Wählerstimmen dafür erhält – alleine, indem man die DemokratInnen motiviert, auch tatsächlich wählen zu gehen, kann man das erreichen. Das ist natürlich anstrengender als ein Verbot zu fordern. Die Stärkung der Demokratie ist die effektivste Schwächung der Nazis. Wenn das aber nicht funktioniert, hat man auch mit einem Parteiverbot nicht viel erreicht, denn (rechtsextreme) EinzelbewerberInnen haben auch Anspruch auf Wahlkampfkostenerstattung, wenn sie genügend Prozente bekommen.
Ich hoffe sehr, dass auf der Bundesdelegiertenkonferenz von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN an diesem Wochenende die Änderungsanträge angenommen werden, die sich gegen die falsche Prioritätensetzung „NPD-Verbot“ wenden. Wir sollten uns dringend auf die Strategien konzentrieren, über die bei uns Einigkeit besteht: Die offensive Auseinandersetzung mit der Propaganda aller Nazis (außer- und innerhalb der NPD), die Stärkung und Förderung der zivilgesellschaftlichen Initiativen gegen die extreme Rechte und die Abschaffung ihrer Schikanierung durch „Extremismusklauseln“ und ähnlichen Blödsinn, vor allem aber Rassismus und Demokratiefeindlichkeit immer als das zu bezeichnen, was sie sind – auch wenn sie in der Mitte der Gesellschaft zu finden sind.

Donnerstag, 13 Oktober 2011 19:06

M. Ton zur Piraten-Partei 11.10.2011

geschrieben von

Foto_Michael_TonAm 8. Oktober 2011 hat der Kreisverband Dresden der Piraten-Partei beschlossen, an den Kommunalwahlen 2014 in Dresden teilzunehmen. Damit tritt die Piraten-Partei auch in Dresden in Konkurrenz zu den etablierten Parteien
einschließlich von Bündnis 90/Die Grünen.
Diese Konkurrenz ist zweifellos ernst zu nehmen und kann auch die Grünen wertvolle Stimmen bei der nächsten Kommunalwahl kosten. Eine inhaltliche und programmatische Auseinandersetzung mit der Piraten-Partei in Dresden ist deshalb notwendig, um zu prüfen, ob und inwieweit die Piraten wirklich eine bessere Alternative im Vergleich zu den Dresdner Grünen sein können.

Der beeindruckende Wahlerfolg der Piraten-Partei bei der Wahl in Berlin am 18. September 2011 hat sicherlich verschiedene Ursachen, lässt sich aber m. E. nur vor dem Hintergrund des Generationenwandels erklären, der sich in Deutschland vollzieht.

Es gibt inzwischen zahlreiche junge Menschen, welche unser Land
ohne Vorprägungen durch die „alte Bundesrepublik“ aus der Zeit vor der
deutschen Wiedervereinigung und ohne Vorprägungen durch die DDR neu
kennenlernen und damit neue Blickwinkel und Perspektiven entwickeln. Diese
nachwachsende Generation begreift die heutigen gesellschaftlichen Verhältnisse
oft als vorgefundene Gegebenheit, nicht jedoch als Ergebnis vergangener
politischer Auseinandersetzungen.

Nur so ist die starke Betonung von Themen der Internet-Kommunikation durch
die Piraten-Partei zu erklären. Gerade aber die Themen des Datenschutzes
und des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung haben auch die Grünen
schon seit Jahrzehnten beschäftigt. Das Bundesverfassungsgericht hatte mit
seinem Urteil vom 15.12.1983 den Kritikern der damaligen Volkszählung
Recht gegeben und betont, dass der Staat nicht beliebig Daten über seine Bürger
sammeln darf. Das „Recht auf informationelle Selbstbestimmung“ ist seither ein
entscheidender Maßstab für die Prüfung der Verfassungsmäßigkeit staatlicher
Gesetze. Insbesondere auch die Kontrollrechte der Datenschutzbeauftragten im
staatlichen und privaten Bereich waren seither häufig Gegenstand politischer
Debatten und konkreter Gesetzgebungsvorhaben.

Die Grünen setzen sich seit vielen Jahren dafür ein, dass nicht nur auf
Bundesebene betreffend die Bundesbehörden, sondern auch in den einzelnen
Bundesländern – speziell auch in Sachsen - jeweils ein „Informations-
freiheitsgesetz“ geschaffen wird, welches bestmöglich staatliche Transparenz im
Umgang mit Daten der Bürger gewährleistet.

Foto_Michael_Ton„Auch bei den Grünen gibt es unterschiedliche Interpretationen zum Scheitern der rot-grünen Koalitionsverhandlungen in Berlin. Mit einer "Dolchstoß-Theorie"(Wer hat uns "verraten" ?) kommen wir nicht weiter. Die Berliner SPD - traditionell den Gewerkschaften verbunden - hatte betont, dass sie nicht auf 400 Millionen Euro Bundesmittel für die Verkehrsinfrastruktur verzichten will - schon wegen der Auswirkungen auf die Beschäftigungslage in der Berliner Bauwirtschaft. Die Berliner Grünen haben diesen wirtschaftspolitischen Faktor falsch eingeschätzt und sich selbst überschätzt - da liegt der Hase im Pfeffer. Der grüne Fehler in Berlin war, sich verhandlungstaktisch frühzeitig auf eine einzelne Soll-Bruchstelle - die Autobahnring-Erweiterung - zu fixieren, anstatt die sonstigen Gemeinsamkeiten mit der SPD zu würdigen. Zu hoch gepokert ! Die Berliner Grünen müssen sich an die eigene Nase fassen !“

 Hier noch eine Anmerkung: Ich finde es falsch, in demagogische rhetorische Muster(„Wer hat uns verraten ?“) zurückzufallen, die in der Weimarer Republik praktiziert wurden. Das Wort „Verrat“(mit zwei „r“) passt auch sprachlich nicht. Ein „Verräter“ stammt aus den eigenen Reihen, und die SPD und Grüne sind immerhin unterschiedliche Parteien. Eher geht es um die Frage der Verlässlichkeit des Verhandlungspartners.

Übrigens: Wer kann die Hand dafür ins Feuer legen, dass alle grünen und sozialdemokratischen Mandatsträger im Berliner Abgeordnetenhaus sich jeweils während der gesamten Legislaturperiode loyal der Fraktionsdisziplin unterwerfen ? Und Fraktionswechsel von Mandatsträgern hat es auch in Berlin schon gegeben. Die Verhandlungssituation war in Berlin für Rot-Grün von Anbeginn eine ziemlich ambivalent.

Michael Ton
Donnerstag, 06 Oktober 2011 14:47

Wowereits Wende nach rechts: Was will die SPD?

geschrieben von
Lichdi

Noch am Tage der unangekündigten Beendigung der kaum begonnen Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und GRÜNEN in Berlin bemühten sich die Parteispitzen im Bund, die Schockwellen als lokales Ereignis einzuhegen. Der Alleinherrscher der Berliner SPD wollte diese Koalition nie, wie die Nichtigkeit des Anlasses sowie Art und Weise des Verhandlungsabbruchs zeigen. Wowereit suchte nur eine passende Inszenierung für die Öffentlichkeit, um den GRÜNEN die Schuld in die Schuhe zu schieben.

Anders als Renate Künast, der man Schwarz-GRÜN Gelüste nachsagte, hatte "Wowi-Bär" in seinem entpolitisierten Wahlkampf Rot-Schwarz nie ausgeschlossen. Die Wähler der SPD, die sicher nicht die Wiederauflage der korrupten Schwarz-Rot-Diepgen-Koalition der 90-er Jahre wollten, können sich mit Fug und Recht getäuscht fühlen. Und diejenigen, die sich von den medialen Anti-Künast-Kampagnen der letzten Wahlkampfwochen beeindrucken ließen, dürfen sich jetzt fünf Jahre lang vor Wut in den Arsch beißen.

Die Absage der SPD ist ein schwerer, nachhallender Schlag für alle Bemühungen um eine rot-grüne Zusammenarbeit. Ausgerechnet der angeblich "linke" Wowereit setzt ein Hoffnungszeichen für die schlingernde CDU! Wowereit zerschlägt mutwillig die Chancen mit weiteren möglichen Wahlsiegen in Niedersachsen und Schleswig-Holstein, eine rot-grüne Mehrheit im Bundesrat zu erreichen. Aber die Irritation reicht tiefer. Es ist kein allein landespolitisches Ereignis, wenn sich die Berliner SPD in Zeiten der Eurokrise und der mehr oder weniger verdeckten Koalitionsangebote der Kanzlerin für die CDU und gegen die GRÜNEN entscheidet.

Der vom rechten Parteiflügel aufgebaute Kanzlerkandidat Steinbrück ist ein verlockendes Angebot an CDU-Wähler mit abschreckender Wirkung auf GRÜNE. Offensichtlich setzen sich diejenigen Kräfte durch, die ein Wiedererstarken der SPD als Juniorpartner der CDU für aussichtsreicher halten, als mit einem stärker gewordenen GRÜNEN Partner den Kanzler zu stellen. Rational ist das nicht, aber bezeichnend: Die SPD hängt immer noch lieber den alten Volkspartei- und Koch-und-Kellner-Fantasien nach, als für eine bessere Politik zu kämpfen.

Für die GRÜNEN bietet dieses fortgesetzte Versagen der Sozialdemokratie beste Chancen noch stärker zu wachsen. Die Botschaft von Berlin lautet: Wer SPD wählt, stützt die CDU anstatt sie abzulösen Nur wer GRÜN wählt, wird Schwarz-Gelb ablösen und eine sozial-ökologische Reformpolitik bekommen. Diese Einsicht wird immer weitere Kreise von SPD und ehemaligen SPD-Wählern erreichen. Recht so!

Und Sachsen? - Die SPD ist hier so klein und schwach, dass sie kaum als politischen Akteur wahrgenommen wird. Auch zwei Jahre nach dem demütigenden Wahlergebnis von 2009 ist weder eine selbstkritische Aufarbeitung der Koalition mit der CDU noch eine strategische Linie für die Zukunft erkennbar.

Steht die SPD in Sachsen für eine Perspektive der Ablösung der CDU oder steht sie wieder als Mehrheitsbeschaffer für die CDU zur Verfügung? Die bundespolitischen Tendenzen lassen befürchten, dass die SPD weiterhin im selbstreferentiellen Kokon ihrer anachronistischen Selbstbilder gefangen bleibt.

Freitag, 30 September 2011 06:39

Kommentar: Königsbrücker wird Stadtautobahn

geschrieben von

 Von Olly Mehl

Sie haben es wieder geschafft. Die Autolobby , 4Spurfanatiker, Individualverkehrsfetischisten. Die Königsbrücker Straße wird vierspurig ausgebaut. Was heisst Konkret?:  Die Durchflusskraft für den MIV (motorisierter Individualverkher) erhöht sich auf Kosten der STRABA noch weiter, die der Straßenbahn (FDP-Fachchargong "Bimmel" ) wird demgegenüber benachteiligt. Die Straße wird entgültig zur stadtschneidenden Trasse, welche keinen Platz für stadtteiltypische Urbanität lässt. Den Charakter einer Geschäftsstraße verliert Sie völlig. Noch größere Grundstücksflächen werden enteignet und die Kosten werden definitiv mindestens 3 Millionen höher als bei der von uns mitgetragenen Zweispurvariante. Was heisst von uns mitgetragen?  Nein es war nicht unsere Variante, sondern der Voirschlag von Hilbert aufbauend auf dem 2006er Kompromiss der seinerzeit eine breite Mehrheit im Stadtrat fand. Teils die selben Stadträte der CDU die damals zustimmten sind sich jetzt nicht zu schade, ihr eigenes Urteil zu widerrufen und die 4SpurOROSZ-Variante durchzustimmen. Dabei ging die 2SpurHilbertvariante auch in Sachen Durchlassfähigkeit weiter als der 2006er Kompromiss.  Wir haben uns nach langen Beratungen und schweren Herzens hinter den Kompromiss von Hilbert gestellt, und uns damit so weit aus dem Fenster gelehnt, dass wir von anderen Ortsbeiräte  des Verrats an unseren Idealen und der Neustadt beschimpft wurden. Wir mussten uns von "Neustädter Bürgern" nachsagen lassen, wir befürworten den stadtteilunverträglichen Ausbau, weil die Variante mit den überbreiten 2spurigen Fahrspuren auch nicht schön ist. Das stimmt, diese ist nicht schön, aber sie war nach Lage der Dinge die aus grüner Sicht einzig chancenreiche. "Grün" war diese Variante aus neustadtgrüner Sicht auch nicht. Sie war Kompromiss. Ausbauträume im Bestand  waren dies nie.

Wer ist schuld an der zukünfitgen Autobahn durch den Stadtteil? Wir nicht! Wir sind mit unserer Kompromissfahigkeit deutlich über unsere Schatten gesprungen.

Wir können aber festtellen wer gestern abend zugestimmt hat, uind ein Musterbeispiel von unverlässlicher und auch unglaubwürdiger Politik demonstriert hat: Dies war die CDU, welche im Ortsbeirat für den Kompromiss stimmte und das Bürgerbündnis, dem selbst der nicht umgesetzte Zweispurkompromiss noch zu unverträglich für unseren Stadtteil war. Hinzu kommt noch die 2% Partei, die sich mit ihrem "Freie Fahrt für freie Bürger"   nie aus dem Schatten ihrer Ideologie bewegt hat.

Was bleibt: Wenn die Autonbahn kommt, wird die Neustadt nicht sterben, aber sie wird ein weiteres Stück weniger einzigartig sein. Für uns  heisst dies jetzt aber auch "ALLES AUF ANFANG". Wir Neustadtgrüne werden uns weiterhin für einen stadtteilverträglichen Ausbau der Straße einsetzen.

Sonntag, 25 September 2011 14:52

Standpunkt: Die Innere Neustadt behutsam gestalten !

geschrieben von

Foto_Michael_TonMichael Ton 25.09.2011

Die Innere Neustadt behutsam gestalten !

Ausdrücklich zu begrüßen ist die Gelegenheit zur Bürgerbeteiligung, welche die Stadtverwaltung in der Zeit bis 14.10.2011 unter dem Titel „Dresdner Debatte“ für die Stadtplanung zur Inneren Neustadt durchführt. Da dieser Stadtteil für die Stadtentwicklung von Dresden insgesamt bedeutsam ist, sollten auch Dresdnerinnen und Dresdner aus anderen Stadtteilen aktiv an dem Diskussionsprozess teilnehmen.

Das öffentlich dargestellte Planungskonzept erweckt allerdings den Eindruck, dass allein die bauliche Verdichtung des Stadtteils zum obersten Leitprinzip erhoben wurde. Mit großer Rücksichtslosigkeit werden einige Neubauten an Standorten geplant, die dort völlig fehl am Platz sind. Hier einige Beispiele:

  • Die geplante Bebauung am Neustädter Markt beidseitig des Goldenen Reiters würde einen schwerwiegenden Eingriff in den offenen, begrünten und einladenden Charakter dieses Platzes bewirken.

  • Die geplante Errichtung eines großen Gebäudes südöstlich der Markthalle an der Sarrasanistraße würde drastisch in die durchgehend offene Prägung der Albertstraße eingreifen.

  • Die Bebauung östlich des Museums für Sächsische Volkskunst würde den Blick auf dieses historische Gebäude - den ehemaligen Jägerhof - weitgehend versperren.

  • Die konzentrierte Bebauung nordwestlich der Einmündung der Köpckestraße in den Carolaplatz würde den durchgehenden Radverkehr auf der Sarrasanistraße zwischen Albertplatz und Carolaplatz behindern.

  • Die zusätzliche Bebauung zwischen den Gebäuden östlich der Hauptstraße und westlich der Sarrasanistraße kann zu einem erheblichen Verlust der Wohnqualität der vorhandenen Gebäude führen.

Eine behutsame städtebauliche Weiterentwicklung der Inneren Neustadt ist zu befürworten. Die Dresdnerinnen und Dresdner sollten sich allerdings intensiv mit den Planungsvorschlägen befassen, um rechtzeitig Fehlentwicklungen vorzubeugen.

Zum Hintergrund:

Zwei historische Ereignisse haben die Innere Neustadt wesentlich geprägt: der Stadtbrand im damaligen Altendresden am 6. August 1685 und die Bombardierung Dresdens am 13./14. Februar 1945. Die Neuplanungen nach dem Stadtbrand von 1685 prägen das Bild dieses Stadtteils bis heute. Damals wie heute ist sorgfältig zwischen historisierenden Aspekten und modernen Anforderungen der Stadtplanung abzuwägen. Nach 1685 wie auch nach 1945 hat es Jahrzehnte gedauert, bis wieder ein halbwegs zusammenhängendes Bild eines Stadtteils mit eigenem Charakter entstanden ist. Deshalb besteht heute kein Anlass, mit einem vermeintlich „großen Wurf“ in erster Linie das Ziel der Bebauung unbebauter Flächen zu verfolgen. Damit wird nicht nur das offene und großzügige Stadtbild beeinträcht, sondern auch Stadtgrün vernichtet und Wohngebietsqualität verringert. Es gibt durchaus gelungene Beispiele für die Weiterentwicklung der Inneren Neustadt, z. B. der Bau des Hotels „Bülow Palais“ an der Dreikönigskirche mit einer baulichen Gestaltung nach historischen Vorbildern. Auch moderne Architektur hat in diesem Stadtteil Platz, wenn sie in Abstimmung mit dem vorhandenen Ortsbild entsteht. Schnellschussprojekte sind aber abzulehnen. Insofern ist die Vorstellung eines Gesamtkonzeptes durch die Stadtverwaltung erfreulich. Die Stadtplanung darf sich allerdings nicht allein dem Ziel unterordnen, zusätzliche vermietbare Immobilienflächen zu schaffen. Die Entwicklung des Stadtteils muss mit einer Wahrung seiner Lebensqualität einhergehen.

Seite 1 von 3

unsere Meinung

  • Sonntags in der Neustadt...
    Geschrieben von
    von Olly Mehl Verkehrsregeln gelten für Alle. In der Dresdner Neustadt am Sonntag werden diese selbst von unseren Freunden und Helfern ( der Polizei ) etwas großzügig ausgelegt. Auf der Louisenstraße sahen aufmerksame Bürger zu mittäglicher Stunde den Streifenwagen parkend im Halteverbot im Bereich einer Zickzacklinie, entgegen der Fahrtrichtung parkend.…
    Geschrieben am Sonntag, 21 April 2013 19:32 in Kommentare Verkehr 1 Kommentar Gelesen 340 mal
  • Piratenkuhhandel
    Geschrieben von
    ein Kommentar von Oliver Mehl in eigener Sache: Unter der Überschrift "Neues vom Russensportplatz: Polizeirevier, Einkaufszentrum oder Luxuswohnungen statt Parkerweiterung? -  PIRATEN Dresden unterstützen Bebauungsplan und kritisieren Kuhhandel und Informationspolitik der Stadtverwaltung"  veröffentlichten die Neustadtpiraten vor 3 Tagen eine Pressemitteilung zum von uns vor einer Woche bereits publizierten Sachverhalt, resultierend…
    Geschrieben am Montag, 04 März 2013 18:25 in Kommentare Russensportplatz Dresden Neustadt 2 Kommentare Gelesen 866 mal

avatar-gruene-ecke_80f16f5f78

Monatsecho_02-titel_01_f0a12e2e1d

freiflaechenkonzept_27_5e64dba942

Neustadt_ist_Klima_02

datenschutz_in_dresden_02

weslog_06_12750ffe7e

Wer wir sind

Wir, die Neustadtgruppe von BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN - stärkste politische Kraft in der Äußeren Neustadt in Dresden informieren auf diesen Seiten aktuell über Grüne Inhalte, Grüne Termine und verschiedene Veranstaltungen - besonders den Ortsbeirat Neustadt betreffend. Anregungen, Fragen, Kritik? Unter mail(at)neustadtgruene.de sind wir zu erreichen.


Kontakt - Grüne Ecke

Die Grüne Ecke ist Bürgerbüro, Veranstaltungsraum, Disskussionsort und Sprachrohr der Grünen. Alle Termine gibts hier

 

Stephan Kühn, MdB
GRÜNE ECKE - Büro Dresden
Bischofsplatz 6, 01097 Dresden

Tel.: 0351/8105616, Fax: 0351/8996948, email

Grünland

Unter dem Namen -grünland- finden Sie das Regionalbüro  von Karl-Heinz-Gerstenberg (MDL) in Dresden in der Äußeren Neustadt in der Hoyerswerdaer Str. 27. Veranstaltungstermine gibts hier

Impressum

Verantwortlich für dieses Angebot im Sinne des Presserechts:
Stephan Kühn, MdB, Johannes Lichdi, MdL, Jens Hoffsommer, Stadtrat

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Wettiner Platz 10
01067 Dresden
Telefon: 0351 / 496 08 24
für Rückfragen und redaktionelle Hinweise
mail(at)neustadtgruene.de

 

Namentlich gekennzeichnete Artikel sind Meinungsartikel und geben nicht immer den Standpunkt der Redaktion wieder.

Aktuelle Seite: Home OBR Neustadt Aktueller Bericht unsere Meinung