Das Kraszewski-Museum
Das erste binationale Museum Deutschlands öffnete 1960 im romantisch gelegenen früheren Wohnhaus des polnischen Schriftstellers Józef Ignacy Kraszewski (1812-1887) seine Pforten. Dresden war im 19. Jahrhundert von Kraszewski als Ort der Emigration ausgewählt worden. Das Museum versteht sich als Mittler des deutsch-polnischen Kulturtransfers in Vergangenheit und Gegenwart. In Kooperation mit polnischen Museen und Kultureinrichtungen zeigt es Ausstellungen, die das Nachbarland in Dresden noch besser bekannt machen sollen. In Lesungen, Konzerten und Sonderausstellungen erhalten die Besucher zudem einen lebendigen Eindruck von der zeit- genössischen polnischen Kulturszene. Seit 2009 ist das Kraszewski-Museum Veranstalter der Polnischen Kulturtage in Dresden. Quelle: http://www.stadtmuseum-dresden.de
Die Stadtratsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN lehnt die angekündigte Schließung des Kraszewski-Museums in der Dresdner Neustadt ab. Seit 1960 ist dieses Haus als erstes binationales Museum in Deutschland lebendiger Ort der Begegnung und des Austauschs zwischen Deutschen und Polen. Neben der Ausstellung zu Leben und Werk des polnischen Schriftstellers Józef Ignacy Kraszewski ist dieses Haus auch Sitz der Deutsch-Polnischen Gesellschaft, des Polonia e.V. und hat mit unzähligen Veranstaltungen zum deutsch-polnischen Kulturtransfer und zur Verständigung zwischen den beiden Nationen beigetragen.
"Der Vorschlag des Kulturbürgermeisters zur Schließung des Kraszewski-Museums ist ein Schlag ins Gesicht der deutsch-polnischen Beziehung und eine Bankrotterklärung der Tatenlosigkeit des Kulturbürgermeisters," kommentiert GRÜNEN-Stadtrat Torsten Schulze den Vorschlag der Verwaltung. „Während der Bundespräsident die Intensivierung der deutsch-polnischen Beziehungen verkündet, soll in Dresden dieser traditionsreiche Ort geschlossen werden."
Dabei wurden Gesprächsangebote der Deutsch-Polnischen Gesellschaft beharrlich ignoriert und blieben Briefe an Dr. Lunau unbeantwortet, kritisiert der GRÜNEN-Stadtrat weiter.
"Das Verhalten des Kulturbürgermeisters im vergangenen halben Jahr zeugt von wenig Bereitschaft und Interesse an der Weiterführung des Kraszewski-Museums. Anstatt auf die schwierige Situation seit dem Abtransport der Exponate aus dem Museum zu reagieren und nach Möglichkeiten und Beteiligungen bei der Finanzierung und Neukonzeption zu suchen, ließ Herr Dr. Lunau die Zeit ungenutzt verstreichen."
Dabei müsste Dresden die Finanzierung für eine Neuausrichtung nicht alleine tragen. Seitens des Freistaates wurde eine 50%ige Unterstützung bei den Kosten von 70.000,- Euro für die baulichen Maßnahmen im Haus auf der Nordstraße beschieden. Weitere Quellen sind in den Förderprogrammen für den grenzüberschreitenden Austausch und bei der Finanzierung von temporären thematischen Ausstellungen zu Finden. Das beweist z.B. die derzeitige Ausstellung "Polen aus freier Wahl". Auch müssten intensive Gespräche mit der polnischen Seite geführt werden, welchen Beitrag bei der Weiterführung und Neuausrichtung Polen zu leisten bereit ist.
All diese Initiativen wurden nicht in Angriff genommen. Das ist ein Armutszeugnis der Verwaltungsspitze.
"Die noch verbleibende Zeit bis zum Ende der aktuellen Ausstellung muss genutzt werden, um die Schließung abzuwenden. Mit der Vogel-Strauß-Politik von Herrn Lunau muss Schluss sein. Die GRÜNE-Fraktion bietet dazu ihre Unterstützung an und ist bereit konkrete Vorschläge und Initiativen für die Weiterführung des Kraszewski-Museums und den deutsch-polnischen Austauschs zu machen, so Torsten Schulze abschließend.
und hier die Pressemitteilung der Stadt Dresden von gestern http://www.dresden.de/de/02/035/01/2012/05/pm_084.php?lastpage=zur%20Homepage







