Der Amtsleiter des Stadtplanungsamtes, Herr Szuggat, gab einige allgemeine Erläuterungen, u. a. zum Kunsthausplatz und zur schon lange gewünschten Öffnung der Rähnitzgasse zum Neustädter Markt und äußerte u. a. Skepsis hinsichtlich einer Bebauung am Standort Narrenhäusel.
Nachfolgend fand ein Gespräch auf dem Podium mit folgenden Teilnehmern statt:
• Herr Friedrich, Entwicklungsforum Dresden e. V., Moderator
• Prof. Sulzer, TU Dresden
• Herr Möllers, Barockviertelverein, (auch Schatzmeister des CDU-Kreisverbandes Dresden)
• Herr Szuggat, Stadtplanungsamt
• Herr Thiele, Stadtrat der CDU-Fraktion Dresden
Nach den Statements aus dem Podium hatten ab 20:29 Uhr die Bürgerinnen und Bürger Gelegenheit zu Fragen und Anmerkungen.
Herr Thiele machte bei Äußerungen zu den Möglichkeiten eines Kaufs des Gebäudes am geplanten Durchbruch der Rähnitzgasse durch die Stadt von der Gagfah nach meinem Dafürhalten einen schlechten Eindruck. Eine Geschäftsfrau aus dem Barockviertelverein war anscheinend gut darüber informiert, dass Vorsprachen bei OB-Stellvertreter Hilbert über längere Zeit nicht gefruchtet haben, so dass die vagen Erklärungen von Herrn Thiele sich als Nebel erwiesen. Herr Thiele äußerte auch, dass an einen Verkehrsversuch auf der Augustusbrücke aus Sicht der CDU-Stadtratsfraktion frühestens nach Sanierung der Albertbrücke zu denken sei. Herr Möllers äußerte das Ziel, dass der Barockviertelverein sich auch als Interessenvertreter für die Bevölkerung östlich der Hauptstraße engagieren will. Herr Sulzer nannte für den Kunsthausplatz die – aus New York abgeguckte – Idee, dort kostenfreie Klappstühle aufzustellen – als Einladung an die Bürger, diese dort zu benutzen. Herr Szuggat machte deutlich, dass bei einigen Planungszielen die Verwirklichung aus finanziellen Gründen noch in weiter Ferne liegen könnte.
Ich kann hier nicht alle Einzelheiten darstellen. Grundsätzlich ist die Veranstaltung wohl positiv aufgenommen worden, zumal sich eine sachliche und freundliche Gesprächsatmosphäre entwickelte. Allerdings hätten manche Themen stärker zugespitzt werden können und den Bürgerstellungnahmen zeitlich mehr Raum gegeben werden können. Insbesondere entstand der Eindruck, als bräuchten die Bürger nur noch mit der Verwaltung zu kommunizieren – als seien die Parteien und insbesondere die Ortsbeiräte völlig ohne Bedeutung. Allerdings bewerte ich das Anliegen der Verwaltung positiv, die stadtplanerische Perspektive und stadtplanerische Sichtweisen und Kriterien unabhängig vom üblichen Parteiengezänk darzustellen und zur Diskussion zu stellen.
Kritisch sehe ich die starke Fokussierung der Diskussion auf die vom Stadtplanungsamt bereits vorgegebenen fünf Themenschwerpunkte. Einige weitere Themen, z. B. die zukünftige Funktion und Gestaltung der Hainstraße, die Bedingungen für familien- und kinderfreundliches Wohnen sowie für altersgerechtes Wohnen, aber auch der Lärmschutz gegenüber den verkehrsreichen Straßen kamen nach meinem Dafürhalten zu kurz.
Michael Ton
Weitere Informationen siehe: http://www.dresdner-debatte.de


