Am 31.05.2010 fand im Versammlungssaal auf dem DREWAG-Gelände an der Friedensstraße auf Einladung des "Entwicklungsforums Dresden" eine Bürgerversammlung zu Entwicklungsplanungen im Gebiet des südlichen Hechtviertels/Leipziger Vorstadt statt. Im Podium nahmen teil:
- 2 Vertreter des Stadtplanungsamtes
- 2 Vertreter des Ingenieurbüros "U.M.A. - Büro für Urbanes Management"
- Moderator des Entwicklungsforums
- im Norden durch die Fritz-Reuter-Straße
- im Süden durch den Bahnhof Dresden-Neustadt
- im Osten durch den Bahnbogen der Bahnstrecke Dresden-Leipzig und den Bischofsplatz.
Zunächst wurde vom Ingenieurbüro eine Gebietsanalyse vorgestellt, die u. a. folgende Eigenschaften hervorhebt:
- ca. 160 Wohngebäude, die meisten saniert und bewohnt
- hoher Anteil von jungen Erwachsenen und jungen Familien
- keine Kita im Gebiet
- bisher kein öffentlicher Spielplatz
- hoher Anteil "Kreativwirtschaft" im Stadtteil
- hoher Ladenleerstand an der Fritz-Reuter-Straße
- Behinderung des Fahrradverkehrs durch Kopfsteinpflaster
- Wegebeziehungen zu den Kitas an der Johann-Meyer-Straße und der Grundschule in der Hechtstraße
- Wegebeziehungen zur Elbe im Westen und zur äusseren Neustadt im Osten
Unabhängig vom EFRE-Programm haben folgende Maßnahmen stattgefunden oder sind in Vorbereitung:
- Baumaßnahmen im Rahmen des Konjunkturpaketes II - Fritz-Reuter-Straße, Lößnitzstraße
- Untersuchung der Parkraum-Situation
- Neubau des S-Bahnhofes am Bischofsplatz
- Verlegung der Straßenbahnhaltestelle Bischofsplatz in Richtung Johann-Meyer-Straße
- Anpflanzung von Straßenbäumen
Für die Gestaltung der Grünfläche am Bischofsplatz ist eine gesonderte Bürgerbeteiligung vorgesehen. Für einen Spielplatz ist die Fläche zu sehr dem Lärm von Straße und Bahn ausgesetzt. Die Straßenverbindung am kleinen DREWAG-Gebäude zwischen Hauptstraße und Conradstraße soll abgebunden werden. Der Ort der "Baracke" westlich des Gründreiecks soll einbezogen werden.
Mit dem Asphaltbelag auf der Fritz-Reuter-Straße ist mit einer Beschleunigung des Kraftfahrzeugverkehrs und einer zusätzlichen Gefährdung bei der Fahrbahnquerung zu rechnen. Dies wird auch bei der Gestaltung der zukünftigen Straßenbahnhaltestelle am S-Bahnhof-Bischofsplatz zu beachten sein.
Die zukünftige Gestaltung der Straßenbahnhaltestelle Friedensstraße und die Fahrbahnquerung der Fritz-Reuter-Straße in diesem Bereich ist offen.
Der S-Bahnhof am Bischofsplatz wird in den gegenwärtigen Straßenbereich der Hechtstraße hineinreichen. Es wird dort einen zusätzlichen Stützpfeiler geben. Die Einfahrt der Hechtstrasse wird nach Osten verschoben. Ein Teil des betroffenen Privatgrundstückes ist für diesen Zweck bereits gekauft worden. Es wird eine Unterführung von der unteren Hechtstraße unter dem S-Bahnhof bis zur Fritz-Reuter-Straße geben.
Das Ingenieurbüro kann sich die Otto-Straße als guten Standort für eine verkehrsberuhigte Spielstraße vorstellen, die diesen Namen auch verdient. Dieser Bereich könnte den Charakter eines "sozialen Platzes" erhalten.
Der Standort für den geplanten öffentlichen Spielplatz ist aber bisher noch nicht bestimmt worden.
Die Bürger wurden aufgefordert, ihre Nutzungsinteressen zu benennen. Dabei wurden u. a. folgende weitere Einzelthemen wurden angesprochen:
- Durchgangsverkehr in der Friedensstraße - von Pieschen kommender Verkehr fährt über die Friedensstraße und Lößnitzstraße zum Bahnhof Dresden-Neustadt; hier könnten Querparken und das Hineinziehen des Bürgersteiges in die Fahrbahn zur Vermeidung des Durchgangsverkehrs beitragen;
- Frage nach Lärmschutzmaßnahmen an der Bahn; mit den durchgeführten Neubaumaßnahmen sei der Bahnverkehr lauter geworden;
- mehr Straßenbäume werden in verschiedenen Bereichen gewünscht;
- auf der Hansastraße sei zu prüfen, ob der Fahrradverkehr auf einer Straßenseite in beide Richtungen erlaubt werden kann;
- die Intensität der Straßenbeleuchtung auf der Lößnitzstraße könnte besser sein;
- das Vandalismus-Problem; anscheinend ziehen oft spätabens Party-Besucher vom Alten Schlachthof durch die Lößnitzstraße;
- die Recycling-Container - oft überfüllt, zu selten geleert;
- die Hundekot-Problematik - das beschäftigt und stört immer wieder einige Leute, doch werden Maßnahmen wie das Angebot von Beuteln von einer Minderheit der Hundehalter erfahrungsgemäss nicht angenommen;
- das zeitweilige Abstellen abgeschleppter Fahrzeug auf Veranlassung des Ordnungsamtes inder Lößnitzstraße stört.
Auf dem DREWAG-Gelände sind weitere kulturelle oder "kreativwirtschaftliche" Nutzungen denkbar. Bei den Grundstücken im Eigentum der Bahn ist zu unterscheiden. Einige Flächen will die Bahn auch längerfristig weiter selbst nutzen.
Es soll zur Bürgerbeteilung weitere Folgeveranstaltungen noch im Jahr 2010 geben, darunter ein "städtebauliches Werkstattverfahren" und die nächste Bürgerversammlung am Montag, den 28.06.2010.
Eine Bürgersprechstunde gibt es im Juni, August und September 2010
jeweils Dienstag, 17-20 Uhr, im Stadtteilbüro Hechtstr. 32, Hinterhaus 1. Obergeschoss
Vorschläge können auch direkt per E-Mail an das Ingenieurbüro gesandt werden: wum-hecht(at)urbanes-management.de
Das "Entwicklungsform Dresden" dokumentiert die Diskussionen und Vorschläge in den Bürgerversammlungen. Michael Ton

